Bosch KF mini-S - Typenübersicht

Allgemeine Gerätebeschreibung

Die Bosch Geräteserie KF mini-S ist ein robustes Betriebsfunkgerät für das 4m-/2m-/70cm-Band. Dieses Gerät war für die damalige Zeit (80er Jahre) ein wahrer Alleskönner. Der Basisgeräteblock ("KF mini-S") konnte mit einem Handbedienteil für den Einkanal- und Mehrkanalbetrieb ausgerüstet werden, es gab verschiedene Bedienteile als Aufsatz für das Gerät selber und es gab abgesetzte Bedienteile für den Einsatz als Feststation. Es gab unzählige Möglichkeiten, von denen ich hier einige beschreiben möchte.

 

Sende-/Empfangsgerät

Der Geräteblock selber hat keine Bedienelemente. Das Gehäuse des Basisgerätes ist robust aus Metall ausgeführt. Nach der Abnahme des Übergehäuses aus Aluminium lassen sich Ober- und Unterseite recht einfach öffnen, die Metall-Abdeckungen sind nicht verschraubt.

Technische Daten KF mini-S
Frequenzaufbereitung PLL-Oszillator
Frequenzprogrammierung Diodenmatrix / EEPROM
Kanalabstand 12,5/20/25 kHz
Betriebsarten: S1, S2/SO oder SU
HF-Schaltbandbreite 4 MHz
Sendeleistung 1 - 25 Watt
Empfänger Doppelsuperhet,
1.ZF: 21,4 MHz, 2.ZF: 455kHz
Kanalanzahl max. 5
Gewicht 1,3kg
Stromaufnahme 3,5A (Senden, 6W) / 0,3-0,5A (Empfang)

Das Basisgerät gibt es in folgenden Typen:

Typen Sende-/Empfangsgerät
Typ Frequenzbereich Sendeleistung
KF-83 68-87,5 MHz 1-12 Watt
KF-163 136-174 MHz 1-6/12/25 Watt
KF-453 440-470 MHz 1-6/10/25 Watt

Die Typenbezeichnung eines Geräte ist wie folgt aufgebaut:

  • Frequenzbereich/Kanalzahl
  • Kanalabstand
  • Sendeleistung

Beispiele:

  • KF-163-20/1-6
    Gerät für das 2m-Band mit max. 5 Kanälen, Kanalabstand 20kHz, Sendeleistung 1-6 Watt einstellbar.
  • KF-163X-25/25
    Gerät für das 2m-Band mit max. 32 Kanälen, Kanalabstand 25kHz, Sendeleistung 25 Watt. Diese Variante ist auch als "digX" bekannt.

Den PLL-Oszillator gibt es in zwei Ausführungen: Eine 5-Kanal-Ausführung mit PROM/Diodenmatrix (S353) und eine 32-Kanal-Ausführung mit EEPROM (CDP18U42). Beide Bausteine sind bis auf evtl. Restbestände nicht mehr erhältlich. Einen Ersatz für das EEPROM gibt es hier. Ein Ersatz für das PROM ist mir nicht bekannt. Alternativ lässt sich ein Codierstecker mit max. zwei Kanälen über einen IC-Sockel mit Dioden (1N4148) herstellen.



tn_kf_mini_s.jpg (9703 Byte)


Weiterführende Links:

Betriebsfunk bei Wikipedia
 

KF mini-S mit Hbt1

Das ist die einfachste Ausbauform dieser Geräteserie. Das Gerät hat einen Funkkanal und ist in der Regel mit dem TGA-Selektivrufsystem ausgerüstet. Der Geräteblock kann verdeckt im Fahrzeug verbaut werden. Bedient wird das Gerät komplett über das Mikrofon.   Über einen Drehregler wird das Gerät eingeschaltet und die Lautstärke geregelt. Die grüne Taste löst eine fest codierte ZVEI-Tonfolge aus und öffnet den Empfänger. Die gelbe Taste schaltet den Empfänger wieder stumm. Der Empfänger öffnet automatisch bei Empfang einer ebenfalls fest codierten ZVEI-Tonfolge, so dass der Funkverkehr hörbar ist. Über die seitliche rote Taste wird umgeschaltet auf Sendebetrieb. Im Mikrofon verbaut ist auch ein Lautsprecher, der eine gute Akustik aufweist, so dass ein externer Lautsprecher meist nicht benötigt wird.
Es existierte hier auch eine Version "Hbt1-10", die an der Steckverbindung zum Geräteblock einen Tonruf-Codierschalter zum Einstellen von max. 10 Rufnummern hatte.

KF-163 mit Hbt1
kf_mini_s_01.jpg (24831 Byte)
KF mini-S mit Hbt1 (1 Funkkanal, 1 fest codierter Tonruf)
 

KF mini-S mit Hbt1-100 oder Hbt5-100

Eine erweitere Ausbauform ist das Handbedienteil Hbt1-100 oder Hbt5-100. Von der Funktionalität entspricht das Gerät der zuvor beschriebenen Ausbaustufe. Beim Hbt-1-100 kann die auszusendende ZVEI-Selektivrufadresse von 00-99 eingestellt werden. Es ist also möglich verschiedene Teilnehmer gezielt anzurufen. Beim Hbt5-100 kann zusätzlich dazu auch noch der Funkkanal über das Mikrofon eingestellt werden (1-5).

KF-163 mit Hbt5-100
kf_mini_s_02.jpg (29447 Byte)
KF mini-S mit Hbt5-100 (fünf Kanäle, 100 Tonrufe)

kf_mini_s_04.jpg (38112 Byte)
Größenvergleich: Hbt5-100 und ML-1 (oder auch Hbt1)
 

KF mini-S mit Btm

Für den Mobilbetrieb stehen weiterhin sieben verschiedene Mobilteile zur Verfügung, wenn das Funkgerät beispielsweise im Radioschacht eingebaut werden soll. Diese Bedienteile können auch abgesetzt montiert werden (z.B. Bedienteil im Radioschacht, Sende-/Empfangsgerät im Fußraum).
Hier eine Übersicht:

Typen Bedienteil Btm
Typ Kanäle Tonrufe Bild Bedienteil ML-1
Btm1 1 - Btm1.gif (2572 Byte) ML1.gif (2880 Byte)
Btm1-10 1 10 Btm1_10.gif (2747 Byte)
Btm1-100 1 100 Btm1_100.gif (2887 Byte)
Btm1-1000 1 1000 Btm10_100.gif (2981 Byte)
Btm10 10 - Btm10.gif (2738 Byte)
Btm10-100 10 100 Btm10_100.gif (2981 Byte)
Btm32-10 32 10 Btm32_10.gif (2986 Byte)
Btm- Professional 32 5-stellig
frei cod.
Btm_prof.gif (5843 Byte)

Jedes Bedienteil verfügt über zwei Ruftontasten. Ruf I sendet den eingestellten Tonruf aus, Ruf II kann für einen Gruppenruf/Notruf codiert werden. Zu jedem Bedienteil gehört ein Handbedienteil ML-1, das neben Sprechtaste, Lautsprecher und Mikrofon auf über eine Ruftontaste für Ruf I verfügt.

KF-163 mit Btm10-100 und ML-1
kf_mini_s_03.jpg (33263 Byte)
KF mini-S mit aufgesetztem Bedienteil Btm10-100 und Handmikrofon ML-1.
 

KF mini-S mit Bto

Die Bedienteile Bto51/52/54 kommen beim Betrieb des KF mini-S als Basisstation zum Einsatz. Dabei handelt sich dabei um ein Pultgehäuse mit integriertem Schwanenhals-Mikrofon, Sprechtaste und Lautsprecher. Über Rückwärtige Steckverbindungen wird die Verbindung zum Basisgerät hergestellt und sind weitere Anschlussmöglichkeiten für Fußsendetaste, Klinge oder eine externe Sprecheinrichtung vorhanden. Die Bedienteile werden über ein max. 100m langes 15-poliges Kabel mit dem Basisgerät verbunden.

Beim Bto51 wird ein Bedienteil Btm (alle zuvor genannten Varianten möglich) zur weiteren Bedienung des KF mini-S eingesteckt (Tonruf/Kanalwahl).

Das Bto52 hat zusätzlich noch eine Tonruf-Tastatur zur Eingabe der Selektivruf- und der Gruppenrufnummer inklusive LED-Anzeige. Hier kommen dann nur noch die Bedienteile Btm1 oder 10 zum Einsatz (Kanalwahl). Die Tonrufplatine TGA wird direkt in das Bto eingebaut.

Das Bto54 wird vorzugsweise in ortsfesten Zentralen mit größerem Funknetz eingesetzt. Das Bedienteil ist mikroprozessorgesteuert und benötigt kein Bedienteil Btm mehr. Es verfügt statt dessen über ein 8-stelliges LCD-Anzeigefeld für Kanalanzeige, empfangene und gesendet Rufkennung.

KF-163 mit Bto
Bto52.gif (9415 Byte)

Bedienpult Bto52 in der Draufsicht. Die beiden zweistelligen Displays
zeigen den eingestellten Tonruf (links) und den empfangenen Tonruf
(rechts) an. Rechts die rote PTT-Taste. Über die Tastatur links kann der
gewünschte Tonruf eingegeben werden.

Abgesetzter Betrieb über Zweidrahtleitung

Ist es bei Feststationen geografisch oder bautechnisch ungünstig die Antenne in unmittelbarer Nähe des Bedienteils zu positionieren, kann das Sende-/Empfangsgerät abgesetzt über eine 2-Draht-Leitung betrieben werden. Dazu wird über einen Fernbedienungsempfänger (FBE) und Fernbedienungsgeber (FBG) eine Gleich- oder Wechselstrom-Fernbedienung hergestellt. Dies kann über eine Telekom-Leitung oder eine hauseigene Leitung erfolgen.
Über sogenannte Zusammenschalteinrichtungen (ZE) können mehrere Bedienteile (Bto) parallel geschaltet werden. Dann ist für jedes Bedienteil ein separates FBG erforderlich.

Abgesetzter Betrieb über Zweidrahtleitung
Ortsfest_2Draht.gif (3961 Byte)
 

Antennen

Für die oben genannte Geräteserie fanden vielfach Feststationsantennen von Kathrein Verwendung, die Betriebe mit Betriebsfunk kennzeichneten. Weitflächig verbreitet waren/sind die folgenden Antennen:

  • K 51 26 2
    Groundplane-Antenne aus wetterbeständigem Leichtmetall mit 0dB Gewinn (Bild)
  • K 55 26 2x
    Sperrtopf-Antenne aus wetterbeständigem Leichtmetall mit 0dB Gewinn
 

tn_antkath.jpg (6902 Byte)