Umbau Bosch KF-163 für Amateurfunk

 

Inhaltsverzeichnis

sshpfeil.gif (849 Byte) Vorwort
sshpfeil.gif (849 Byte) Frequenzvorwahl/-aufbereitung
sshpfeil.gif (849 Byte) Abgleich von Sender und Empfänger
sshpfeil.gif (849 Byte) Einstellen der Sendeleistung
sshpfeil.gif (849 Byte) TGA-Schnittstelle
sshpfeil.gif (849 Byte) Kanalumschaltung und Tonruf
sshpfeil.gif (849 Byte) Display (Kanal- und Statusanzeige)

 

Vorwort

Prinzipiell ist es möglich Betriebsfunkgeräte wie z.B. das hier beschriebene Gerät von Bosch zu amateurfunktauglichen Geräten umzurüsten. Das betrifft sowohl Geräte für das 2m-Band als auch Geräte für das 70cm-Band. Teilweise ergeben sich hier ein paar Schwierigkeiten, da manche Bauteile gerätespezifisch hergestellt wurden, bzw. nicht mehr verfügbar sind.

An dieser Stelle möchte ich den Umbau eines Bosch KF-163 auf eine Simplex-Frequenz oder auch zum bedingten Gegenverkehr für Relaisfunkstellen beschreiben. Das hier beschriebene Gerät ist eine Version mit dem einfachen Handbedienteil Typ "HBT-1". Dieser Umbau basiert auf meinen Erfahrungen mit dem Gerätetyp KFE-165, auf den ich immer wieder aufgrund der Kompatibilität verweisen werde.
Diese Umbauanweisung gilt NICHT für die sogenannte "dig X"-Variante (mit dieser Version können max. 32 Frequenzen über ein EEPROM codiert werden).

HBT KF-163
kf163_01.jpg (24034 Byte)
Handbedienteil HBT-1: Das Mikrofon bzw. Handbedienteil hat einen Dreh-
regler über den das Gerät eingeschaltet und die Lautstärke geregelt wird.
Neben einer Sprechtaste (PTT) sind zwei weitere Tasten (gelb und grün)
vorhanden. Die gelbe Taste schaltet den Empfänger stumm, die grüne
Taste löst einen Selektivruf aus und schaltet den Empfänger auf. Im Be-
dienteil sind sowohl Mikrofon, als auch Lautsprecher untergebracht. Drei
LED signalisieren den Betriebszustand des Gerätes (Gelb: Betriebs-
anzeige, Grün: Empfänger geöffnet, Rot: Senden).



tn_kf163.jpg (9703 Byte)

Weiterführende Links:

Gerätebeschreibung KF mini-S
 

Frequenzvorwahl/-aufbereitung

Die Frequenzaufbereitung erfolgt hier absolut identisch zum KFE-165, deshalb möchte ich an dieser Stelle auf das entsprechende Kapitel in diesem Artikel verweisen. Die Fertigung und der Einbau des Codieradapters erfolgt ebenso auf gleiche Art und Weise.
Bei der Mehrkanal-Ausführung ist muss eine Diodenmatrix S353 eingesetzt werden, da das Gehäuse den Einbau eines Codieradapters mit mehreren Kanälen in konventioneller Bauweise nicht zulässt.

Programmierung einer Diodenmatrix
Die Programmierung der Diodenmatrix S353 muss mit Hilfe eines Programmieradapters vorgenommen werden, der sich recht einfach aus einem IC-Sockel und ein paar Stiftleisten herstellen lässt. Die Frequenzen werden wie beim KFE-165 beschrieben ermittelt und am besten in einer Tabelle zu Papier gebracht. Alle nicht benötigten Verbindungen bzw. Dioden werden "geschossen", d.h. die in dem IC davorliegenden Sicherungen werden zerstört. Beim "Programmieren" ist also auf größte Sorgfalt zu achten.

Die Programmierung funktioniert wie folgt (siehe auch Grafik weiter unten in diesem Artikel):

  • Anschluss 0s (Substrat) über eine Spannungsquelle -2V auf Masse legen.
  • Mit Schalter S1 gewünschten Eingang (I) auf Masse legen.
  • Mit Schalter S2 gewünschten Ausgang (Q) auswählen
  • Mit Taster T3 den Programmiervorgang auslösen

Hinweise:
Die angegebene Spannungsquelle mit 18-20V muss für eine Last von mindestens 300 Ohm geeignet sein und eine Anstiegszeit von 0V auf 20V von 1µS haben. Es darf immer nur eine Sicherung programmiert werden. Für die Programmierung ist eine Stromimpulsdauer von 5...10ms ausreichend.

Weitere Erkenntnisse:
Bei manchen Bausteinen ist eine Programmierspannung von 20V nicht ausreichend. Hier wurde mit einer Spannung von 25V gearbeitet. Es ist sinnvoll die Inputs von I1 beginnend zu programmieren.

Programmierung S353
kf163_09.jpg (12650 Byte)
Programmierschaltung für den S353 gem. Datenblatt.

kf163_10.jpg (26221 Byte)
Die oben gezeigte Programmierschaltung lässt sich leicht auf einer Loch-
rasterplatine unterbringen. Über Jumper werden Ein- und Ausgänge für die
jeweilige Programmierung mit der Programmierspannung verbunden.

config1.gif (11411 Byte)
Eine Beispieltabelle für folgende Konfiguration:
1) 145,600 MHz Relais, 2) 145,700 MHz Relais, 3) 145,750 MHz Relais,
4) 145,500 MHz, 5) 145,525 MHz
Die rot markierten Felder müssen in der Diodenmatrix programmiert
werden. Alle Felder mit einem Kreuz dürfen nicht programmiert werden
(die Verbindungen über die Dioden bleiben erhalten.)


tn_cod.jpg (10560 Byte)

 





 

Abgleich von Sender und Empfänger

Sender und Empfänger werden durch Neuabgleich der PLL justiert. Dazu muss das Gerät auf der Unterseite geöffnet werden. Eine Schablone zeigt die Lage der entsprechenden Spulen für Sender und Empfänger der PLL.

Bauteillage
kf163_04.jpg (28615 Byte)
Blick auf die Lötseite der Platine mit den PLL-Spulen für Rx (E) und Tx (S).

kf163_05.jpg (32066 Byte)
Über die mit 1-5 gekennzeichneten Spulen wird der Eingangskreis des
Empfängers abgestimmt.

kf163_06.jpg (25713 Byte)
Über zwei Trimmer, die von der Frontseite aus zugänglich sind, wird die
max. NF-Lautstärke und die Mikrofonempfindlichkeit eingestellt.

Einfacher Abgleich des Senders:
Dummy-Load an das Gerät anschließen. Sendetaste drücken und Spulenkern "VHF-S" solange drehen, bis der Träger auf einem zweiten Funkgerät sauber hörbar wird.

Modulationsabgleich/Hub:
An Pin a5 der Messerleiste gegen Masse mit einem Frequenzgenerator ein Sinus-Signal von 1000Hz/100mV anlegen. Ein Oszilloskop an Pin c11 der TGA-Stiftleiste anschließen. Trimmer R411 in Mittelstellung bringen. Den Trimmer R401 so einstellen, dass auf dem Oszilloskop eine saubere Sinuskurve sichtbar wird.
Frequenzgenerator wieder abklemmen und Mikrofon bzw. HBT anschließen. Mit R411 den Hub beim Senden entsprechend einstellen (wenn keine Möglichkeit zum Messen des Hubes vorhanden ist, Modulationslautstärke mit zweitem Funkgerät vergleichen).
R401: Trimmer zugänglich von der Frontseite ("Empfindlichkeit")
R411: Trimmer zugänglich von der Lötseite ("Hub-Begrenzung")

Einfacher Abgleich des Empfängers:
Mit einem zweiten Funkgerät einen Träger senden. Spulenkern "VHF-E" solange drehen, bis das Signal sauber hörbar wird.
Ein weiterer Abgleich kann (je nach zuvor codierter Frequenz) am Eingangskreis nötig sein. Hier ist so abzustimmen, dass ein schwaches Signal (entweder Messsender oder schwaches empfangenes Signal) möglichst rauschfrei und sauber hörbar wird. Wer keinen Messsender zur Verfügung hat, kann z.B. das Signal eines Relais verwenden und die Abschwächung des Eingangssignals über ein Dämpfungsglied vornehmen. So kann man durch Verringern der Spannung den Eingangskreis auf höchste Empfindlichkeit abgleichen.

Einstellen der Sendeleistung

Die Sendeleistung des Gerätes ist einstellbar und kann stufenlos zwischen 1 und 6 Watt geregelt werden. Auf der Geräteoberseite befindet sich auf dem Kühlkörper eine Schraube, die nach Herausdrehen den Trimmer zum Einstellen der Sendeleistung freigibt.

Sendeleistung
kf163_07.jpg (30299 Byte)
Nach dem Herausdrehen dieser Schraube ist der Trimmer zum Einstellen
der Sendeleistung zugänglich.



tn_abgl.jpg (16518 Byte)

 

TGA-Schnittstelle

Über die Schnittstelle des TGA (Selektivrufeinheit) können allerhand Signale abgegriffen werden, die z.B. beim Einsatz als APRS-Gerät Verwendung finden. Beim Betrieb als Amateurfunkgerät wird ein Selektivruf meist nicht benötigt. Somit kann die TGA-Platine entfernt werden. Für den Betrieb ohne TGA müssen auf der Stiftleiste die Pins 4+5, 9+10 und 11+12 gebrückt werden.
Diese Schnittstelle ist wie folgt belegt (die Nummerierung ist auch auf der Stiftleiste zu finden, Kontakte, die beim Betrieb ohne TGA gebrückt werden müssen sind gekennzeichnet):

KF_stiftleiste.gif (1855 Byte)

Stiftreihe C Stiftreihe B
Pin Signal Pin Signal
1 NF-Abschaltung (aktiv gegen Masse) 1 Ruf I (aktiv gegen Masse)
2 Lautstärkeregelung 2 Ruf II (aktiv gegen Masse)
3 +Ub 10.8-15,6V 3 Löschtaste (aktiv gegen Masse)
4 NF-Ausgang vom TGA 4 LED grün (aktiv gegen Masse)
5 NF-Eingang zum TGA 5 Tonruf: Steuerleitung I (Rufadresse 10er)
6 GND 6 Tonruf (BCD): A
7 ST (PTT, aktiv gegen Masse) 7 Tonruf (BCD): B
8 8V 8 Tonruf (BCD): C
9 NF-Eingang NF-Filter/NF-Verstärker 9 Tonruf (BCD): D
10 Ausgang NF-Vorverstärker 10 Tonruf: Steuerleitung II (Rufadresse 1er)
11 NF-Ausgang Hubbegrenzung 11 Hang up
12 NF-Modulationseingang PLL 12 10V
13 13
 

Kanalumschaltung und Tonruf

Um das KF-163 Relais-tauglich zu machen, muss ein 1750Hz Tonruf eingebaut werden. Weiterhin muss für die Verwendung mehrerer Kanäle eine Kanalumschaltung implementiert werden. Die Kanalumschaltung wird im KF-163 wie auch im KFE-165 über einen BCD-Code realisiert, der innerhalb der PLL die entsprechenden Codierungen der Diodenmatrix S353 aufschaltet. Während das KFE-165 nur für 2 Kanäle vorgesehen ist (vom mechanischen Aufbau her), kann das KF-163 über verschiedene Bedienteile bis zu fünf Kanäle verwalten. Hierzu wird über den Kanaltaster und einen BCD-Counter ein BCD-Code erzeugt, der an die PLL und eine 7-Segment-Anzeige weitergegeben wird.

In meinem Gerät habe ich die Tonrufplatine TGA entfernt und durch eine Lochrasterplatine ersetzt, auf der ich die Kanalumschaltung, sowie den 1750 Hz Tonruf untergebracht habe.
Als Taster für die Kanalumschaltung wird der ehemalige "Stumm"-Taster des Mikrofons verwendet. Er muss über ein RC-Glied und ein NAND-Gatter mit vorgeschaltetem Schmitt-Trigger (CD4093) entprellt werden. Der BCD-Code wird über ein kleines Flachbandkabel direkt an die PLL-Steckleiste geführt. Der BCD-Code muss auch an der 32-poligen Messerleiste zur Ansteuerung eines Displays zur Verfügung stehen. Deshalb müssen die drei Dioden G501-503 unter der PLL-Platine entfernt und durch 0 Ohm Widerstände ersetzt werden.

Kanalumschaltung
kanal.gif (3884 Byte)
Schaltplan der Kanalumschaltung und des 1750Hz Tonrufs (Anklicken
zum vergrößern).

kf163_02.jpg (28002 Byte)
Auf einer Lochrasterplatine wurde der Ruftongenerator (links) und die
Kanalumschaltung (rechts) realisiert. Über die 4-polige Pfostenleiste wird
der BCD-Code abgegriffen.

kf163_08.jpg (21846 Byte)
Die erzeugten BCD-Signale werden über ein Flachbandkabel direkt auf die
PLL-Platine geführt.



tn_kton.jpg (14525 Byte)
 

Display (Kanal- und Statusanzeige)

Um den eingestellten Kanal in der Mehrkanalversion des KF-163 anzuzeigen gibt es als Original-Zubehör entsprechende Anzeigen in Form von Handmikrofonen und Bedienteilen, die direkt am Gerät montiert werden.
Mein Gerät hatte nur das "einfache" Handbedienteil ohne Display. Daher habe ich den BCD-Code für die Kanalinformation auf die Messerleiste gelegt (siehe oben) und aus dem Steckergehäuse eine weitere Leitung herausgeführt, die zu einem kleinen Gehäuse geht, in dem eine 7-Segment-Anzeige, sowie drei Status LEDs untergebracht sind. Dieses Gehäuse habe ich im Cockpit meines Fahrzeuges montiert. In dem Gehäuse ist auch der BCD-zu-7-Segment-Decoder für die Anzeige enthalten. Die Anzeigen der LEDs sind identisch mit den LED-Anzeigen im Mikrofon (Betrieb, Rx, Tx).
Das Gehäuse stammt aus dem Elektronikhandel, die rote Filterscheibe aus einem Bausatz für eine Motorrad-Ganganzeige.
Wer richtig aufgepasst hat wird feststellen, dass die fünf Kanäle mit den Ziffern 0...4 angezeigt werden. Ich habe mir hier die binäre Addition (BCD+1) mit einem CD4008 aus Platzgründen gespart. Als Funkamateur ist man ja technisch gebildet und weiß, dass man bei "0" anfängt zu zählen ;-)

Display
display.gif (4384 Byte)
Die Display-Gehäuse enthält den BCD zu 7-Segment-Decoder, die
7-Segment-Anzeige und drei Status-LEDs (Anklicken zum Vergrößern).

kf163_12.png (26596 Byte)
Aufbauschema des umgebauten KF-163

kf163_11.jpg (25993 Byte)
Kanal- und Statusanzeige im Fahrzeug. Die Verbindung wurde über ein
8-adriges Flachbandkabel (Telefonzubehör) hergestellt und arbeitet
störungsfrei.
 

tn_kfdisp.jpg (10977 Byte)